150 Jahre FF Feilitzsch - Kfv Hof

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150 Jahre FF Feilitzsch

Bericht und Bilder: Sascha Ploss

150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Feilitzsch

Den Auftakt des dreitägigen Festes markierte am Freitag Abend der für die Feuerwehr wohl erfreulichste Teil: die offizielle Übergabe zweier neuer Einsatzfahrzeuge, einem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 20 sowie einem Mannschaftstransportwagen.

Bürgermeister Francisco Hernandez Jimenez wies in seiner Rede darauf hin, dass man erst kürzlich wieder in Helmbrechts, Bayreuth oder auch London gesehen hat, wie wichtig und unvollzichtbar gut ausgerüstete Feuerwehren sind.

Das bisherige Löschfahrzeug LF 8/6 ist mittlerweile 25 Jahre alt. Ende 2013 fanden erste Gespräche über eine Nachfolgefahrzeug statt. Aufgrund des Einsatzgebiets und der beiden Autobahnen entschied man sich für ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug. Im Oktober 2014 wurde der Antrag auf Ersatzbeschaffung eines HLF 20 gestellt und mit Beschluss des Gemeinderates bestätigt.

Beim Mehrzweckfahrzeug war in 2014 klar, dass es aufgrund technischer Mängel nicht mehr durch die Hauptuntersuchung im Folgejahr kommen würde. Man beriet sich über die Reparatur des Altfahrzeugs oder eine Neubeschaffung und entschloss sich letztlich für eine notdürftige Reparatur, um noch einmal für zwei Jahre eine Betriebserlaubnis zu bekommen und eine Neubeschaffung im Jahr 2017.

Beim MTW handelt es sich um ein Mercedes Benz Fahrgestell mit 163 PS, acht Sitzplätzen und 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse. Der Aufbau wurde von der Firma Furtner & Ammer in Landau an der Isaar ausgeführt. Die Beladung lieferte die Firma Ludwig aus Bindlach. Der Gesamtpreis beträgt 87.061 Euro bei 13.100 Euro staatlicher Förderung.

Das HLF 20 ist aufgebaut auf einem MAN TGM Fahrgestell mit 290 PS, neun Sitzplätzen und 15,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse. Der feuerwehrtechnische Aufbau stammt von der Firma Rosenbauer in Luckenwalde. Auch hier lieferte die Firma Ludwig die Beladung. Gesamtpreis: 413.148 Euro, davon 136.900 Euro staatliche Förderung.

In 2014 kam eine Anfrage von der Gemeinde Döhlau, da diese für die Feuerwehr Tauperlitz 2017 ebenfalls ein HLF 20 beschaffen wollte. Nach Gesprächen der Bürgermeister und Kommandanten beider Gemeinden und Wehren wurde man sich schnell einig. Die gemeinsame Beschaffung baugleicher Fahrzeuge hatte eine Erhöhung des staatlichen Zuschusses um weitere 10% zur Folge. Außerdem konnten die Kosten für die Ausschreibung auf beide Kommunen umgelegt und somit für jede Gemeinde halbiert werden.

Kommandant Steffen Benkert gab einen Überblick über die Zusatzbeladung des HLF. Es verfügt über einen Wasserwerfer mit einer Durchflussmenge von bis zu 4.500l und 70m Wurfweite. Weiter einen Leichtschaumgenerator, eine Atemschutz-Notfalltasche, ein 30m Schlauchpaket, ein Absturzsicherungssatz, Kaminkehrerwerkzeug, ein Hochdruckschaumlöschgerät sowie eine Wärmebildkamera. Für die Technische Hilfeleistung sind ein Türöffnungssatz, eine LKW-Rettungsplattform, eine Kraftstoffumfüllpumpe, eine Rettungsweste mit Rettungswurfleine, ein Motortrennschleifer, eine Motorrettungssäge, ein Plasmaschneidgerät, ein Notfallrettungsrucksack, und ein Abstützsystem an Bord. Außerdem verfügt das Fahrzeug über einen LED-Lichtmast, eine elektrische Schaumzumischanlage, vier im Mannschaftsraum anlegbare Atemschutzgeräte und am Heck eine abnehmbare Einpersonenhaspel mit Schläuchen und eine mit Material zur Verkehrsabsicherung.

Der MTW verfügt über eine feste Beladung und ein Wechselsystem. Fest auf dem Fahrzeug verlastet ist ein Verkehrssicherungssatz mit 10 Leitkegeln, Faltsignalen und sechs Blitzlampen. Weiterhin eine LED Großflächenleuchte 960 Watt mit Stativ und Stromerzeuger, ein Werkzeugkasten, ein Notfallrucksack, eine Heumesssonde und Brechwerkzeug.

Damit das Fahrzeug auch von jüngeren Kameraden mit dem Führerschein der Klasse B gefahren werden kann, sollte die zulässige Gesamtmasse 3,5 Tonnen nicht überschreiten. Daher hat man sich bei der zusätzlichen Beladung für ein Wechselsystem entschieden, bei dem nur die gerade benötigten Ausrüstungsgegenstände in wechselbaren Schubladen mitgeführt werden. Es stehen ein Auszug mit einer Kettensäge, einem Absturzsicherungssatz, einem Wassersauger und einer Hochwasserschmutzpumpe zur Verfügung. Außerdem wird künftig eine mobile Lautsprecher und Sirenenwarnanlage des Landkreises auf dem Fahrzeug mitgeführt.

Kommandant Benkert dankte der Gemeinde Feilitzsch mit Altbürgermeister Helmut Grießhammer, Bürgermeister Francisco Hernandez und allen Gemeinderäten für die Unterstützung und Bereitstellung der finanziellen Mittel sowie der Feuerwehr Tauperlitz und dem Bürgermeister der Gemeinde Döhlau Thomas Knauer für die gute Zusammenarbeit bei der gemeinsamen Beschaffung.

Ganz besonderen Dank sprach er den Mitgliedern der Fahrzeugausschüsse aus: René Feiler, Holger Frank, Volker Mergner, Udo Benkert, Jörg Baumgärtner, Reiner Steger, Sven Knüpfer und Andreas Jahn, die insgesamt 2755 Stunden ihrer Freizeit für die Planungen geopfert haben.

Nachdem die Fahrzeuge von Pfarrer Hühnlein und Pfarrer Wiedow gesegnet wurden, überreichte Bürgermeister Hernandez den symbolischen Schlüssel an Kommandant Benkert.

Die weiteste Anreise hatte die Abordnung der Partnergemeinde Rudniki in Polen. Ihr Bürgermeister beglückwünschte die Feilitzscher und überreichte einen Glücksbringer. Die beiden Altfahrzeuge wurden von der Partnergemeinde gekauft. Der mitgereiste Kommandant der Feuerwehr Bobrowa zeigte sich überglücklich, die beiden gebrauchten Fahrzeuge in Dienst stellen zu können.

Döhlaus Bürgermeister Thomas Knauer und die Feuerwehr Tauperlitz bedankten sich ihrerseits für die gute Zusammenarbeit und hatten als Geschenk diverse Liter Bier im Gepäck. Im Gegenzug überreichten die Feilitzscher jeweils ein Foto der beiden gemeinsam beschafften Fahrzeuge an Bürgermeister und Feuerwehr.

Die Kommandanten der Nachbarwehren Trogen und Töpen sowie der Partnerfeuerwehr Schwarzenbach an der Saale überbrachten ebenfalls Grußworte und jeweils eine kleine Spende.

Der feierliche Rahmen wurde sogleich genutzt um zwei verdienten langjährigen Mitgliedern Ehrungen auszusprechen. Friedrich Schmidtlein und Anton Schaller wurden geehrt für 50 Jahre Mitgliedschaft und bekamen jeweils eine Urkunde und einen Präsentkorb überreicht.

Doch es sollte noch immer nicht Schluß sein mit den Geschenken. Der Fahrzeugausschuss hatte als Präsent jeweils ein aus Holz geschnitztes Feuerwehrauto für die beiden Kommandanten. Diese wiederum übergaben auch an ihren Bürgermeister und der Mannschaft jeweils ein Foto der neuen Fahrzeuge. Das Schlußwort hatte der Vorstand, der zusammen mit seinem Stellvertreter ein neues Fahnenband anlässlich des 150-jährigen Jubiläums stiftete.

Den Höhepunkt des Festes stellte der große Festumzug am Sonntag dar. Insgesamt 33 Marschgruppen machten sich ab 13:00 Uhr auf den Weg durch Feilitzsch zum Festgelände.

Den Anfang machte als Ausrichter natürlich die Feuerwehr Feilitzsch mit ihrer Fahne, den beiden neuen Fahrzeugen und ihren Ehrengästen in einer Kutsche.

Direkt im Anschluß folgten Bürgermeister Francisco Hernandez Jimenez mit den Ehrengästen der Gemeinde mit Landrat Dr. Oliver Bär, den Landtagsabgeordneten Alexander König und Klaus Adelt, sowie den Bürgermeistern aus den umliegenden Gemeinden und den Gemeinderäten.

Angeführt von den besonderen Führungsdienstgraden des Landkreises stellten diverse Feuerwehren Marschgruppen, darunter Zedtwitz, Schwarzenbach an der Saale, Tauperlitz, Trogen, Töpen, Gattendorf, Köditz, Döhlau, Rehau mit Ortsteilen und Förbau.

Musikalisch wurde der Festzug untermalt von der Töpener Blaskapelle, dem Spielmannszug Kirchenlamitz sowie der Sambaband Abandonados aus Naila.

Zahlreiche Vereine aus Feilitzsch, Zedtwitz, Trogen und Töpen sorgten für eine bunte Mischung: die Schützengesellschaft Feilitzsch-Trogen, die Karnevalsgesellschaft Töpen, der Kleintierzuchtverein Feilitzsch, der Obst- und Gartenbauverein Feilitzsch, der Zentralverein Feilitzsch, der Kegelclub Schlössla, der evangelische Kindergarten Trogen, der F.C. Bayern München Fanclub Rot-Weisse-Haie aus Trogen, die Juniorenfördergemeinschaft Bayerisches Vogtland, die Sportgemeinschaft Zedtwitz, der Obst- und Gartenbauverein Zedtwitz und die Landjugend Zedtwitz.

Einen besonderen Hingucker hatte die Feuerwehr Hof mitgebracht. Sie hatte ihre Dampfspritze "Elise" am Eingang des Festgeländes aufgebaut und in Betrieb genommen. Die historische Spritze mit dem Baujahr 1905 ist dank liebevoller Pflege der Hofer Kameraden noch voll funktionstüchtig, was sie auch den ganzen Nachmittag stolz unter Beweis stellten.

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