Gefahrgut - Kfv Hof

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Gefahrgut

Fachbereiche

Fach - KBM
Heiko Rödel

Rothleithener Weg 32
95180 Berg

Florian Hof Land 1 / 3

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Gefahrgutausbildung
- auch im Landkreis Hof ein Thema



Sechs Jahre gibt es ihn nun - den Arbeitskreis Gefahrgut. Er wurde im März 2003 von Heiko Rödel nach seiner Ernennung zum KBM Gefahrgut des Landkreises Hof ins Leben gerufen. Ihm gehören die CSA / Strahlenschutzwehren Naila, Selbitz, Helmbrechts, Münchberg, Schwarzenbach / Saale, Rehau, Konradsreuth und Hof an. Die Führungsdienstgrade des Landkreises werden durch KBR Wilfert und das Landratsamt Hof durch Herrn Thomas Bahlcke vertreten. Außerdem stehen uns nicht nur bei Einsätzen sondern auch im Arbeitskreis unsere Fachberater / Chemiker zur Verfügung.

Ziel ist es eine einheitliche Standartausbildung und damit eine reibungslose Zusammenarbeit bei Übungen und Einsätzen aller Wehren zu gewährleisten.

Der Arbeitskreis trägt schon lange seine Früchte, den jeder profitiert von den Gedanken und Erfahrungen des Anderen.

Seit April 2004 greift bereits das neue Konzept in der Ausbildung. Der Grundlehrgang Gefahrgut richtet sich in erster Linie an CSA- und Strahlenschutzwehren, da dieser für eine aufbauende Ausbildung wie Träger von CSA, Messen und Messtechnik usw. als Grundstock an Wissen dienen soll. Des Weiteren können selbstverständlich interessierte Kameraden aus allen Wehren des Landkreises am Lehrgang teilnehmen. Im Herbst 2005 fand bereits in jedem Inspektionsbereich ein Grundlehrgang für alle Wehren statt. Dieser erstreckt sich über 3 Abende und schließt am letzten Abend mit einem Abschlusstest, sowie einer Besichtigung des GWG in der Feuerwehr Hof ab. Des Weiteren steht für jeden auf der Homepage des KFV Hof ein Merkblatt zur Vorgehensweise bei Einsätzen mit verdacht auf Gefahrgut im Straßenverkehr zum Download bereit.  




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Einsatzgrundsätze mit Verdacht auf Gefahrstoffe

Ergeben sich bei der Erkundung Hinweise für das Vorhandensein von Gefahrstoffen, z.B.:

 Kennzeichnung Fahrzeug
 Kennzeichnung Verpackung


ist wie folgt vorzugehen:

1. Eintreffen an der Einsatzstelle

1a. Erkunden der Einsatzlage (Kennzeichnung von Fahrzeug / Versandstücken)

1b. Sicherung der Einsatzstelle mit den vorhandenen Einsatzmitteln

2. Erste Rückmeldung (Bestätigung Einsatzort, Lageinformation - Fahrzeugart, Kennzeichnung Fahrzeug/Versandstück, ggf. Nachalarmieren ¡V Alarmstufe erhöhen)

3. Durchführung der Menschenrettung soweit mit der vor Ort vorhandenen Schutzausrüstung möglich. (Feuerwehrschutzanzug, Atemschutzgeräte)

4. Absperren eines Gefahrenbereiches (Radius min. 50 m !!) und Rückzug aller Einsatzkräfte hinter die Absperrgrenze (Auf Wind zugewandter Seite bleiben)

5. Herstellen der Wasserversorgung bis zur Absperrgrenze

6. Vorbereitung der Unterstützung mit technischen Hilfsmitteln (Aufbau Stromversorgung, Beleuchtung, Gerätebereitstellung)

7. Einweisung nachrückender Einsatzkräfte (Freihalten der Einsatzstelle und der Zu- und Abfahrten)

 

Bedeutung der Nummer zur Kennzeichnung der Gefahr

 

Hauptgefahr
Die Ziffern weisen im allgemeinen auf folgende Gefahren hin:
2
- Gas entweicht druch Druk oder cheminsche Reaktion
3
- Entzündbarekeit (Flüssigkeiten, Dämpfe, Gasse)
4
- Entzündbarkeit von festen Stoffen oder selbsterhitungsfähiger fester Stoffe
5
- Oxidierende (brandfördernde) Stoffe
6
- Giftigkeit oder Ansteckungsgefahr
7
- Radioaktivität
8
- Ätzwirkung
9 -
Gefahr einer spontanen heftigen Reaktion
0
- Nur Gefahr der 1. Ziffer

Zunahme der Gefahr
Sind die ersten beiden Ziffern geich,
bedeutet das Zunahme der Hauptgefahr

Besonderheiten

  • 22 tiefkühlent verflüssigtes Gas, erstickend


  • X323 entzündbarer flüssiger Stoff, der mit Wasser gefährlich reagiert und entzündbare Gase bildet


  • X333 pyrophorer flüssiger Stoff, der mit Wasser gefährlich reagiert


  • X423 entzündbarer fester Stoff, der mit Wasser gefährlich reagiert und entzündbare Gase bildet


  • 44 entzündbarer fester Stoff, der sich bei erhöhter Temperatur in geschmolzenem Zustand befindet


  • 539 entzündbares organisches Peroxid


  • 90 umweltgefährdender Stoff, verschiedene gefährliche Stoffe


  • 99 verschiedene gefährliche Stoffe in erwärmten Zustand

 
 
 



„GAMS“ - Regel

 
 
 

G = Gefahr erkennen

A = Absicherungs- und Absperrmaßnahmen durchführen

M = Menschenrettung durchführen

S = Spezialkräfte anfordern


G - Gefahr erkennen

Erkundung der Schadenslage

- Eigene Lage

Stärke und Qualifikation der Mannschaft, Einsatzdauer, Ablösung (z.B. kann auf
     Spezialisten „Gefahrgutzug“ zurückgegriffen werden?)
eigene und fremde Spezialgeräte (z.B. GW - bzw. AB-G , Schutzanzüge,
     Meß- und Nachweisgeräte, etc.)
Fernmeldemittel (z.B. Funktelefon und -fax im ELW)
Gefahrgutliteratur, elektronische Informationssysteme, Einsatzhilfen
Einsatzplanung, standardisierte Einsatzabläufe, Führungsstruktur und -organisation


- Allgemeine Lage

Örtliche Lage der Schadensstelle (Gelände, Bebauung, Besiedelung, etc.)
Wetter (Windrichtung, -geschwindigkeit, Temperatur, Inversionswetter, etc.)
Verkehrslage (Anfahrtszeit zur Einsatzstelle, ggf. gefährdete Personen, etc.)


- Schadenslage

Art, Ursache und Umfang des Schadens (z.B. Verkehrsunfall, mit Schadstoffaustritt,betrieblicher Störfall, etc.)
allgemeine Informationen zum Stoff, die ggf. schon bekannt sind
Vorhandene Gefahren (Gefahrenschema „AAAACEEEE“, weitere Gefahren wie z.B.Schadstofffreisetzung, kontaminierte Personen bzw. Bereiche, Brände, etc.)
voraussichtliche Entwicklung der Situation (Ausbreitung z.B. in Form einerSchadstoffwolke, Explosionsgefahr, viele Verletzte, etc.)
ggf. sofort Messungen / Tests durchführen (Ex - Gefahr; Prüfröhrchen, pH - Papier, etc.)





A - Absicherungs- Absperrmaßnahmen durchführen

- Eigenschutz beachten

Einsatzstelle mit dem Wind (in Windrichtung) anfahren
Sicherheitsabstand einhalten (bei unklarer Lage zuerst mindestens 50 Meter! Bei Explosivstoffen etc. ist ein wesentlich größerer Sicherheitsabstand erforderlich)
Erkundung ggf. zuerst mit Fernglas / - thermometer durchführen
Fahrzeuge nicht in Mulden oder an Hängen unterhalb der Einsatzstelle aufstellen (Ausbreitung von Gasen und Dämpfen; ggf. Explosionsgefahr)
Fahrzeugverkehr beachten (z.B. Werkseisenbahn, Bundesautobahn, etc.)
für alle weiteren Maßnahmen geeignete Schutzkleidung auswählen (bei unklarer Lage =größter Schutz!)
Nur unbedingt erforderliches Personal im Gefahrenbereich einsetzen
Zündgefahren ausschließen / Löschmittel bereithalten (i.d.R. Wasser+Schaum+Pulver)
frühzeitig Dekontamination vorbereiten
lageabhängige Maßnahmen (Einschäumen größer Flüssigkeitslachen, Potentialausgleich,bewusste Entschärfung von Druckgasbehältern, etc.)
ggf. sofort Messungen / Tests durchführen (Ex-Gefahr, Prüfröhrchen, pH-Papier, etc.)


- Schadensstelle sichern

Sicherheitsabstand (innere Absperrung / Absperrgrenze) bei unklarer Lage mindestens50 Meter; innerhalb der inneren Absperrung darf sich nur noch Einsatzpersonal mitgeeigneter Schutzkleidung aufhalten!
äußere Absperrung nach Lage bestimmen
Brand- und Explosionsschutz umfassend sicherstellen
Kontamination - und Kontaminationsverschleppung vermeiden
ggf. sofort Messungen / Tests durchführen (Ex-Gefahr, Prüfröhrchen, pH-Papier, etc.)


Weitere Maßnahmen

Führungsorganisation sicherstellen (Führungspersonal und - mittel einsetzen,Abschnittsbildung, etc.)
Fachkompetenz sicherstellen (z.B. Fachberater hinzuziehen, TUIS einschalten,betroffene Firma mit einbinden)





M - Menschenrettung durchführen

-Menschenrettung

geeignete Schutzausrüstung bestimmen
Dekontamination der Verletzten vorbereiten und ggf. durchführen
bei Explosionsgefahr in der Regel Gebäude im Gefahrenbereich räumen
bei giftigen Gasen und Dämpfen in der Regel Gebäude im Gefahrenbereich nichträumen
Schadstoffausbreitung beachten; ggf. Warnung der Bevölkerung veranlassen!

Weitere Maßnahmen


-Stoffidentifizierung

Gefahrenschilder, Warntafeln, Gefahrenzettel etc. beachten
Gefahrgutfahrer, Fachpersonal, Sicherheitsbeauftragte etc. befragen
Begleitpapiere, Beschriftungen auf den Verpackungen etc. beachten
Gefahrgutliteratur (Dr. Nüßler, Hommel, etc.) hinzuziehen
Planungsunterlagen der Feuerwehr, Gefahrenabwehrpläne, Sonderschutzpläne etc.
Leitstelle, TUIS
Fachbehörden (Umweltämter, etc.) und Analyseinstitute
ggf. sofort Messungen / Tests durchführen (Ex-Gefahr, Prüfröhrchen, pH-Papier, etc.)


- Ausbreitung des Stoffes verhindern

Eindämmen (durch Erdwall, Plane, Räume verschließen, etc.)
Einläufe verschließen (Gullys abdichten etc.)
Leckage abdichten
Weitere Ausbreitung verhindern (Auffangen, Abdecken, Aufstauen etc.)





S - Spezialkräfte anfordern

-Abschließende Einsatzmaßnahmen

Kontamination feststellen (im Zweifel gilt das eingesetzte Personal und Gerät alskontaminiert!)
Dekontamination durchführen
Kontaminationsverschleppung unbedingt vermeiden!
Entsorgungs-, Aufräum- und Reinigungsarbeiten nur im Rahmen der Zuständigkeit
Übergabe der Einsatzstelle an zuständige Behörde (ggf. durch Spezialkräfte)
Nachbereitung des Einsatzes bei hoher psychischer Belastung
Einsatznachbesprechung - Erkenntnisse - Bericht




                    Infos als Download


 
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