KatÜbung - Kfv Hof

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KatÜbung

Bericht und Bilder: Sascha Ploss


Katastrophenschutzübung im Landkreis Hof: Dammbruch am Förmitzspeicher

Katastrophenfall? Für viele ist das ganz weit weg. "Bei uns doch nicht", mag sich der ein oder andere denken. Doch die Unwetterkatastrophe in Süddeutschland vor wenigen Wochen und der erste ausgerufene Katastrophenfall im Landkreis Hof beim Brand des Sägewerks in der Rauschenhammermühle haben gezeigt, dass es auch bei uns ganz schnell zum Erstfall kommen kann.

Für diesen Ernstfall bereiten sich die Einsatzkräfte und Behörden im Rahmen des Katastrophenschutzes vor. Mögliche Unglücksszenarien werden dabei identifiziert und die notwendigen Maßnahmen im Voraus beplant. In regelmäßigen praktischen Übungen kann dann evaluiert werden, inwieweit die Planungen umsetzbar sind und für den Eintritt trainiert werden.

In diesem Jahr fand eine dieser Katastrophenschutzübungen am Förmitzspeicher statt. Die angenommene Lage: Nach mehreren Tagen Unwettern mit Starkregen droht der Damm der Talsperre zu brechen. Im Bereich Fattigau ist die Saale bereits über die Ufer getreten. Mehrere Feuerwehren sind wegen überfluteter Keller im Einsatz. Der Förmitzspeicher kann kein Wasser mehr aufnehmen. Ein kontrolliertes Ablassen ist aufgrund der Hochwassersituation nicht möglich.

Das Hauptaugenmerk der Übung lag in der Zusammenarbeit und Vertiefung und Vereinheitlichung der Arbeitsweisen zwischen den drei Führungsebenen.

Die oberste Führungsebene ist die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK). Sie besteht aus Mitarbeitern der örtlichen Katastrophenschutzbehörde. Im Landkreis Hof ist diese das Landratsamt, in dessen Räumlichkeiten die FüGK im Einsatzfall operiert. Sie steht in ständiger Verbindung mit der örtlichen Einsatzleitung, für dessen Zweck ihr die Kommunikationsgruppe Führung (KomFü) angegliedert ist.

Die mittlere Führungsebene ist der örtliche Einsatzleiter (ÖEL), der an der Schadensstelle vor Ort organisationsübergreifend die Maßnahmen leitet. Mit der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) ist ihm dafür ein personell umfangreicher Führungsstab unterstellt.

Die untere Führungsebene stellt schließlich die organisationsinterne Führung der Einsatzkräfte aus den verschiedenen Organisationen wie Feuerwehr und Rettungsdienst dar.

An der Übung nahmen jeweils die FüGK von Stadt und Landkreis Hof teil. Als ÖEL war Kreisbrandrat Reiner Hoffmann eingesetzt, unterstützt von der UG-ÖEL des Landkreises sowie der Unterstützungsgruppe Sanitäts-Einsatzleitung (UG SanEL). Als Ort für die örtliche Einsatzleitung wurde der Parkplatz des Turnvereins Hallerstein ausgewählt. Nah am Geschehen und dennoch auf sicherer Höhe. Da auch die Stadt Hof betroffen wäre, war auch ihre UG ÖEL samt ÖEL am Hallplatz im Einsatz.

Da die Übung vorrangig auf die Führungsebenen abzielte, war der Großteil der disponierten Kräfte nur virtuell auf dem Papier im Einsatz. Lediglich die Feuerwehren Fattigau, Förbau, Förmitz und Hallerstein waren tatsächlich mit reellen Aufgaben betraut und spielten simulierte Lagemeldungen ein.

Jede Lagemeldung, jeder Beschluß und jede Anforderung müssen auf Formblättern festgehalten und jeweils nach oben zur FüGK oder zurück gemeldet werden.

Zu Beginn der Übung herrscht bereits emsiges Treiben. Einheiten werden alarmiert und in Bereitstellungsräume eingeteilt. Auf der Basis von Hochwasserkarten werden die potentiell gefährdeten Gebiete identifiziert und Maßnahmen für die Räumung von betroffenen Gebäuden eingeleitet. Darunter auch ein Altenheim in Schwarzenbach an der Saale mit 95 Personen. Transportmöglichkeiten und Notunterkünfte für evakuierte Personen werden eingerichtet und Verpflegung angefordert. Sandsäcke werden organisiert und Logistikfahrzeuge zum Transport. Die Sandsackfüllanlage aus Oberkotzau muss verlegt werden, da sie sich im gefährdeten Überflutungsgebiet befindet.

Gegen 19:00 Uhr erreicht die Einsatzleitung dann die Meldung vom Dammbruch. Aus dem Bereitstellungsraum werden Fahrzeug zur Kontrolle der Überflutungsgebiete entsandt. Außerdem werden Boote und zwei Hubschrauber mit Wärmebildkameras angefordert, um möglicherweise Vermisste und in Not geratene Personen finden und retten zu können.

Nach rund zwei Stunden ist die Übung zu Ende. Zwar lief nicht alles hundertprozentig perfekt, doch das muss es auch garnicht. Es sind besonders die aufgetretenen Probleme, für die sich die Verantwortlichen interessieren, um diese in ihren weiteren Planungen berücksichtigen und abstellen zu können. Die so gewonnenen Erfahrungen werden den Behörden und Einsatzkräften dabei helfen, für mögliche zukünftige Katastrophen bestmöglich aufgestellt zu sein, von der Prävention bis zur Hilfe im Schadensfall, für die Sicherheit der Bevölkerung.
Copyright © 2008-2017 Kreisfeuerwehrverband Hof e.V. --- letztes Update: 18.09.2017
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